Themes Joomla
Themes Joomla

Geschichte

PDF
Drucken
E-Mail
Geschrieben von: Administrator
Montag, den 30. Mai 2011 um 18:21 Uhr

Vom Anbeginn

 

Schon längere Zeit proben die Musiker ihre Stücke, aber nun soll es soweit sein – Konzert der Musikkapelle Lambrechten. Die Instrumente werden auf Hochglanz poliert, man merkt ihnen das doch schon fortgeschrittene Alter gar nicht mehr an – es war ja eine nicht alltägliche Sache, so ein Konzert.

Im Vorfeld hat man immer wieder kritische Stimmen gehört, in einer so unsicheren Zeit ein Konzert zu veranstalten. Aber Bürgermeister Großpötzl, Kassenleiter Schmied und Pfarrer Wögerbauer haben ihr Kommen zugesagt und am Samstag, 13:00 Uhr ist es soweit -  beim „Wirt in Sallaberg“, erstes Konzert der Musikkapelle Lambrechten 1914 unter der Leitung von Michael Aschenberger. Das Publikum war begeistert und spendete Bier und 40 Gulden.

Kooperator Michael Aschenberger

Zwei Jahre zuvor – 1912 – wurde der Musikverein Lambrechten von Kooperator Michael Aschenberger ins Leben gerufen. Er war nicht nur Initiator sondern auch musikalischer Ausbildner und erster Kapellmeister. Mit zwölf Gründungsmitgliedern und Instrumente vom Kirchendachboden schuf er die erste Musikkapelle. 1916, beim ersten auswärtigen Auftritt anlässlich der Weihe des Elektrizitätswerkes in Reichersberg, war der Verein schon auf 30 Mitglieder angestiegen.

 

Musikkapelle Lambrechten 1922: stehend, v.l.: Felix Windhager Dick Johann, Max Wageneder, Hermann Pramendorfer; sitzend v. l.: Alois Aigner, Alois Dick, Kapelmeister Anton Goldberger, Josef Brüglauer, Josef Aigner, Johann Hörmanndinger; liegend v. l.:  Anton Schneglberger, Leopold Aigner; nicht auf dem Foto: Karl Aigner, Lambert Redhammer, Josef Tiefenböck;

 

1927 bis 1931 war Lehrer Eduard Muninger in Lambrechten Kapellmeister. Die Arbeit mit dem Musikverein Lambrechten hat bei ihm solch großen Enthusiasmus hervorgerufen, dass er 1928 in den oberösterreichischen Zeitungen bekannt machen ließ, dass er eine Vereinigung aller Laienmusikkapellen anstrebe.

 

Dies trieb er soweit voran, dass er gemeinsam mit Karl Moser, dem späteren Initiator des oberösterreichischen Blasmusikverbandes, den „Verband der Nichtberufsmusiker Oberösterreichs“ gründete. Ende 1929 wurde er unter dem Titel „Arbeitsgemeinschaft“ zum österreichischen Bundesobmann aller Landesverbände. Muninger gründete die bis dahin 2. Musikerzeitung, die er aber nach 3 Jahren wegen Geldmangel wieder aufgeben musste. Es heißt, er habe noch jahrelang von seinem Lehrergehalt an den Schulden der Zeitung gezahlt.

 

Von 1932 bis 1961 leitete Josef Schwarz (vulgo Weißen Sepp) den Verein als Kapellmeister. Eine der letzten Ausrückungen der Musikkapelle vor Kriegsbeginn war zur Volksabstimmung am 10. April 1938. Erst nach 1945 war der Musikverein wieder aktiv. Der Verein beteiligte sich an verschiedenen Musikfesten und nahm Aufgaben in kirchlichen und gesellschaftlichen Bereichen war.

 

1961 war ein Meilenstein in der Geschichte des Vereins. Durch musikalische Anschauungsunterschiede spaltete sich der Verein in eine „jüngere“ und „ältere“ Gruppe, und es blieben nur 17 Mann unter der Leitung des damals 22-jährigen Rudolf Desch über. Rudolf Desch leistete enorme Arbeit in der Nachwuchsförderung. So konnte er mit dem Verein sehr erfolgreich an Konzertwertungen teilnehmen. Seit 1963 veranstaltet der Verein auch ein alljährliches Frühjahrskonzert. 1967 wurde ein Musikheim neben der Schule errichtet. Es war damals als Eigentum einer Musikkapelle das erste Probelokal im Bezirk Ried. Die Musikkapelle wuchs bis zum Jahr 1975 auf 41 Mitglieder.

 

Im Jahr 1978 wurde von der Vereinsuniform auf eine Tracht gewechselt. Das grüne Sakko mit rotem Gilet, kurzer Lederhose mit weißen Stutzen sind seit dieser Zeit Markenzeichen des Musikverein Lambrechten.

 

Sein 80-jähriges Bestehen feiert der Musikverein Lambrechten im Jahr 1992. Das Bezirksmusikfest dieses Jahres wurde daher in Lambrechten ausgerichtet. Die Lambrechtner Musiker haben durch die perfekte Organisation dieses 3-tägigen Festes mit Marschwertung einen Maßstab für folgende Bezirksmusikfeste gesetzt.

In diesem Jahr endet auch die Ära von Rudolf Desch als Kapellmeister des Vereins. Nach 32 Jahren als musikalischer Leiter kann er auf eine außergewöhnliche Entwicklung des Vereins zurückblicken. Viele ausgezeichnete Erfolge bei Wertungen, aber auch moderne Vereinsführung und Weiterbildung der Musiker sowie die Förderung und Ausbildung der jungen Musiker sind durch seine Leistung erst realisiert worden.

 

1988: Ehrung durch Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck für ausgezeichnete Erfolge bei Konzertwertungen. v. l.: LH Dr. Josef Ratzenböck, Obm. Stv. Alois Doblhamer, Kpm. Rudolf Desch, Obm. Johann Berrer, Bgm. Karl Sallaberger;

 

Mit Alois Bichl hat der Verein 1993 wieder einen sehr gut ausgebildeten Kapellmeister aus den eigenen Reihen stellen können. Unter seiner Leitung wurden die Beteiligungen an Konzertwertungen und die musikalische Weiterentwicklung des Vereins fortgeführt.

 

Seit dem Bezirksmusikfest wurde bei den Marschwertungen fast ausschließlich in der höchsten Stufe angetreten. Stabführer Alois Doblhamer und ab 2005 sein Nachfolger Thomas Hainzl haben die Musikkapelle Lambrechten zu einem der führenden Vereine bei Marschmusikbewerben gemacht.

 

Ein wichtiger Schritt für den Verein war die Modernisierung und Erweiterung des Probeheimes. 2006 konnten die Hauptbauarbeiten durchgeführt werden. Ab Jänner 2007 wurde im neuen Heim geprobt und die Bauarbeiten wurden abgeschlossen. Die offizielle Eröffnung im Rahmen eines 2-Tage Festes wurde im Mai 2008 gefeiert. Der Verein verfügt nun über ein sehr modernes Probeheim, das auch technisch und akustisch auf dem neuesten Stand ist.

 

Sein hundertjähriges Jubiläum feierte der Verein unter Obmann Thomas Hainzl im August 2012 mit einem 3-Tage-Fest. Eine Herausforderung, die der Verein durch die gute Struktur und Kameradschaft gemeistert hat.

 

Durch seine Arbeit und insbesondere durch die Jugendarbeit übernimmt der Musikverein auch gesellschaftliche Aufgaben, die sehr weitreichend und förderlich sind, für die Strukturen in einer Gemeinde. Ausdauer und Disziplin, aber auch Freude und Freundschaft, werden in einem Musikverein vermittelt. Die Trachtenmusikkapelle Lambrechten zeichnet sich durch die gute Zusammenarbeit über mehrere Generationen aus und wird auch in Zukunft ihre musikalischen und gesellschaftlichen Aufgaben in der Gemeinde Lambrechten mit großer Freude wahrnehmen.

Obmänner

1965 – 1990 Johann Berrer
1990 – 2003 Johann Huber
2003 – 2009 Andreas Schredl

2009 – 2015

seit 2015

Thomas Hainzl

Christoph Wimmer

Kapellmeister

1912 – 1916 Kooperator Michael Aschenberger
1917 – 1918 Kooperator Max Kelischek
1919 – 1920 Oberlehrer Jakob Weiss
1921 – 1924 Anton Goldberger (vlg. Gutgesell)
1925 – 1926 Lehrer Otmar Wurzer
1927 – 1931 Lehrer Eduard Munninger
1932 – 1961 Josef Schwarz (vlg. Weißen Sepp)
1961 – 1993 Rudolf Desch
1993 – 2003 Alois Bichl
2003 – 2009 Andreas Doblhamer
2009 – 2010 Stefan Bogner
2011 Gastkapellmeister Josef Dantler
seit 2012 Sandra Bichl

Trachtenmusikkapelle Lambrechten 2008: 1. Reihe v. l.: Rosemarie Reiter, Alois Bichl, Elisabeth Berrer, Doris Egger, Andreas Doblhamer, Nina Fischer, Maria Hainzl, Katrin Bichl, Lisa Witzmann, Julia Bichl; 2. Reihe v. l.:Thomas Hainzl, Monika Peham, Andreas Schredl, Johann Redhammer, Johann Badegruber, Andreas Witzmann, Stefan Bogner, Patrick Schmiedleitner, Manuel Freund, Johann Doblhamer, Elisabeth Bichl, Katharina Wimmer, Karin Sallaberger, Julia Reiter, Waltraud Doblhamer; 3. Reihe v. l.: Karl Schredl, Verena Freund, Karl Heinz Kopfberger, Markus Schaubeder, Angelika Hauer, Mario Manaberger, Johannes Ott, Alois Doblhamer, Christoph Wimmer, Gerhard Sallaberger, Alois Bogner, Martin Manaberger, Alois Doblhamer, Andreas Manaberger; nicht auf dem Foto: Monika Schredl, Judith Jetzinger, Magdalena Glechner, Sandra Bichl, Irmgard Sallaberger, Sarah Schöberl;

nach oben

Aktualisiert ( Sonntag, den 18. Januar 2015 um 19:03 Uhr )
Themes Joomla